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Porträt Lenard

Obwohl Lenard schon länger nicht mehr zum Buchparadies-Team gehört, hier einer meiner Lieblingsgeschichten mit ihm und ebenfalls der Text der in meinem Buch von ihm erschien.

(Dank geht...) An Lenard, den Komiker unter uns, der mir jeden Tag aufs Neue Mut macht und mich zum Lachen bringt. (Beispiel: Lenard soll beim Buchzentrum anrufen um etwas in Erfahrung zu bringen. Er ruft an. Wir anderen hören wie er sagt, dass wirklich alles in Ordnung sei und er sich verwählt hätte. Wir fragen nach, er, er habe aus Versehen der dargebotenen Hand angerufen… Wie schafft er das? Wir wundern uns, er telefoniert weiter. Dann: "Nein, nein, wirklich. Es ist alles gut. -Nein, das ist kein versteckter Hilferuf, mir geht es wirklich gut!" -Wieder die dargebotene Hand! Es hat sich dann herausgestellt, dass er immer wieder unsere Kundennummer anstatt die Telefonnummer eingegeben hatte!

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Ode an die Chefin

So darf ich mich freuen Teil der Zehn Jährigen Geschichte des Buchparadieses zu sein als Praktikant/Mitarbeiter (so wie es alle anderen aus dem Team meine Position nennen). Ja, ich weiss, toller Titel, der im Moment wo ich diesen Text schreibe im Laden noch aktiv ist. Ich hätte mich nicht glücklicher hätte schätzen können Teil zu werden von diesem wunderbaren Team, in dem wir alle sehr familiär miteinander um, was ich wirklich schätze und dafür wirklich dankbar bin. Ich meine, genauso gut hätte ich bei einer unhöflichen Chefin, einem dominanten Mitarbeiter und mit einer stets depressiven Lehrtochter arbeiten können. Schliesslich war das Gegenteil der Fall. Mit einer unglaublich verständnisvollen Chefin, einem höflichen, zurückhaltenden Mitarbeiter und einer stets strahlenden Lehrtochter. Daher zum Anfang ein kleiner Dank an Monsieur Bischof, Deborah Amolini und natürlich, das Beste zum Schluss, mich Lenard Baum… ne ne ne. Der Dank geht an die wunderbare Rahel Lang, welche es wirklich geschafft hat, 10 Jahre mit diesem Betrieb, in dieser Branche, mit diesen teils quirligen und nervenauftreibenden Mitarbeitern zu überdauern - Glückwunsch Rahel.

In meinem laufenden Jahr im Buchparadies habe ich wohl nach Rahel, die meiste Zeit im Laden verbracht. In diesem Zeitraum habe ich eine Menge kuriose und amüsante Begebenheiten und Menschen vorbeistreichen sehen. Etwa der Besuch einer älteren Dame, mit welcher ich mich freundlicherweise auf Englisch unterhalten konnte. Der werte Leser muss wissen, dass ich, wie auch Madame Amolini, stets dankbar bin, unsere Fremdsprachenkenntnisse unter Beweis zu stellen. Die Dame wünschte sich dann einen Donald Trump in Südafrika, um Südafrika «Great Again» zu machen. So ein Gesprächsthema neben der Arbeit wünscht sich wahrlich keiner. Doch habe ich unglaublich viele Gespräche und Diskussionen geführt über Themen, die wohl einfach nur im Buchparadies Platz haben: von der Wichtigkeit des ersten Satzes eines Buches, Petting, Winnie Puh, Fusspilz, Bayrische Grüsse, Kuhtritte, der Identität Shakespeares, Zweigs mögliche Homosexualität, Gott, Tod des Ödon von Horvath (1938 während eines Sturms in Paris von einem Ast erschlagen), ob Wladiwostok Europäisch sei oder nicht, etc, etc. Für all diese kultivierten und ebenso verrückten Themen möchte ich danken, Chefin. Denn in jedem dieser Momente konnte ich an Wissen dazu gewinnen, was wohl ins Bücherparadies passt.

Die unterschiedlichen Kunden, sind wohl das Abwechslungsreichte bei unserer Arbeit. Dabei mein ich noch nicht mal die Anzahl. So hatte ich innerhalb von einem Jahr die verschiedensten Arten von Menschen zu Bedienen.

Von einer Fünfjährigen zu einer Achtundsiebzigjährigen, vom Transgender zum Hetero, von Drogensüchtigen, zu Betrunkenen bis hin zu Gurus oder der Polizei war schon alles dabei. Der Hutmacher, welcher netterweise stets Trinkgeld gibt, die Esoterikerin auf der Suche nach dem erleuchteten Kartenset oder ein frecher Hobby -Philosoph, der dazu eine Schwäche für Baseball hat. Für all diese netten, nervenaufreibenden, lauten, leisen, kleinen, grossen, alten, jungen Kunden möchte ich dir danken. Denn Tag ein und Tag aus den Buchgeschmack von Menschen kennenzulernen oder sogar zu erweitern ist etwas ganz Besonderes.

Zu guter Schluss meines Textes voll der guten und hohen Wörter zum Paradies der Bücher und seiner Herrscherin, komm ich nun zum Abschied. Da ich schlecht im Verabschieden bin, lass ich andere schreiben für mich:

„Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler.“
– Philippe Dijan
«Sagen Sie Ihrem Buchhändler, dass Ihr Leben ohne ihn keinen Sinn hat.»
Diogenes

«Aller Anfang ist schwer- Aufhören mitunter mehr»